Fälschung? Kein Problem
Es ist nicht der erste Skandal im THG-Quotensystem, aber einer der folgenreichsten: Stell dir vor, jemand kauft auf dem Schwarzmarkt eine gefälschte Rolex. Die Polizei findet heraus, dass die Uhr ein Fake ist. Doch weil der Käufer behauptet, er hätte vom Betrug nichts gewusst, darf er die Uhr behalten und sogar gewinnbringend als Original weiterverkaufen.
So grotesk es klingt: Genau das passiert gerade im THG-System. Nur dass es hier nicht um Luxusuhren geht, sondern um die Währung für Klimaschutz in Deutschland.
Was ist passiert?
Konkret geht es um große Mengen an HVO (hydriertes Pflanzenöl), ein Biodiesel, der als besonders klimafreundlich gilt. Die Produktionsanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten, aus der der Biodiesel laut Papieren stammen soll, existiert gar nicht. Dennoch hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die CO₂-Zertifikate freigegeben – und das, obwohl es massive Hinweise auf Betrug gibt. Der Grund: Weil dem Käufer der THG-Quoten Gutgläubigkeit unterstellt wird, greift die sogenannte Vertrauensschutzregelung.
Warum betrifft dich das?
Mit deinem Elektroauto sparst du CO₂ ein. Dafür bekommst du jedes Jahr eine THG-Prämie – fair und verdient. Das Problem: Manche Firmen betrügen. Weil es plötzlich viel mehr CO₂-Zertifikate auf dem Markt gibt – auch gefälschte – drückt das den Preis. Und das bedeutet: Du bekommst weniger Prämie, obwohl du wirklich CO₂ sparst.
Fazit
Ein System, das gefälschte CO₂-Einsparungen anerkennt und echte benachteiligt, ist weder nachhaltig noch gerecht. Es belohnt nicht Klimaschutz, sondern Wegsehen und Betrügen.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Fall Konsequenzen hat – und nicht weiterhin diejenigen bestraft, die wirklich etwas fürs Klima tun.
Nur mit klaren Regeln, einer lückenloser Kontrolle und echten Anreizen kann das THG-System seinem Anspruch gerecht werden. Denn wer wirklich CO₂ spart, muss spürbar belohnt werden – und nicht auf dem Rücken von Betrug verlieren.
